Freundschaften schließen im Erwachsenenalter
Nach Schule und Studium entstehen Freundschaften nicht mehr von allein. Umzüge, Arbeit, Kinder, Trennungen: Viele Erwachsene sehen ihren Kreis schrumpfen, ohne zu wissen, wie sie ihn wieder aufbauen können. Dieser Leitfaden erklärt, wie Freundschaften entstehen, wo man die richtigen Gelegenheiten findet, wie man den ersten Schritt macht, vom Bekannten zum Freund wird und Freundschaften auf Dauer pflegt.
Kurz gefasst
Dieser Leitfaden richtet sich an Erwachsene, die gern mehr Freunde oder engere Freunde hätten: nach einem Umzug, einer Trennung, der Geburt von Kindern, dem Ruhestand oder einfach, weil der Kreis mit den Jahren kleiner geworden ist. Er geht von dem aus, was die Forschung über die Entstehung von Freundschaften gezeigt hat — Nähe, Regelmäßigkeit, gemeinsam verbrachte Zeit, schrittweise Selbstöffnung — und macht daraus konkrete Schritte. Er geht auch auf innere Hindernisse wie die Angst vor Ablehnung oder Schüchternheit ein und auf besondere Lebenssituationen.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert es, einen Freund zu finden? Es gibt keine feste Dauer, aber die Forschung gibt eine Größenordnung: einige Dutzend gemeinsam verbrachte Stunden für eine lockere Freundschaft, deutlich mehr für eine enge. Konkret bedeutet das oft mehrere Monate regelmäßiger Treffen.
Ist es seltsam, jemandem vorzuschlagen, Freunde zu werden? Man muss es nicht so formulieren. Eine konkrete Aktivität vorzuschlagen — einen Kaffee, einen Ausflug — genügt, und die meisten Menschen freuen sich darüber.
Was tun, wenn immer ich es bin, die oder der sich meldet? Am Anfang einer Freundschaft ist das häufig und nicht unbedingt ein Zeichen von Desinteresse: Viele Menschen ergreifen seltener die Initiative, aus Schüchternheit oder Zeitmangel. Wenn es nach mehreren Monaten immer noch so ist, können Sie es ansprechen oder mehr in wechselseitigere Beziehungen investieren.
Alle meine Freunde haben Kinder, ich nicht. Wie halte ich die Verbindung? Passen Sie die Formen an: zu ihnen nach Hause gehen, kinderfreundliche Aktivitäten vorschlagen, kürzere Treffen akzeptieren. Und erweitern Sie Ihren Kreis auch um Menschen, die mehr freie Zeit haben.
Kann man bei der Arbeit wirklich Freunde finden? Ja, viele Freundschaften entstehen bei der Arbeit, weil dort Nähe und Wiederholung zusammenkommen. Damit sie halten, muss man sie auch außerhalb der Arbeit pflegen. Und es ist klug, nicht alle Freunde in derselben Firma zu haben.
Ich bin schüchtern: Wie traue ich mich, allein zu einer Aktivität zu gehen? Wählen Sie eine strukturierte Aktivität, bei der man gemeinsam etwas tut, statt im Stehen zu plaudern. Kommen Sie etwas früher, wenn noch wenige Leute da sind. Und setzen Sie sich ein bescheidenes Ziel: mit einer Person ein paar Worte wechseln.
Funktionieren Apps, um Freunde zu finden? Sie können helfen, besonders nach einem Umzug. Sie funktionieren besser, wenn sie schnell zu echten und dann wiederholten Treffen führen. Treffen Sie sich an einem öffentlichen Ort, und seien Sie misstrauisch bei jeder Bitte um Geld.
Ist es mit siebzig noch nicht zu spät? Nein. Freundschaften entstehen in jedem Alter. Vereine, Ehrenamt, Clubs und Aktivitäten im Viertel sind Orte, an denen viele ältere Menschen neue und wertvolle Verbindungen knüpfen.